Andreas G. Förster

Navigieren im Neoliberalismus

In La traduction on 2017-06-19 at 2:24 pm

Was bedeuten ›Virtuelle Realität‹, Industrie 4.0, ›Künstliche Intelligenz‹ und nicht zuletzt das neueste Smartphone für die Zukunft unserer Gesellschaft? Die Debatten über technische Umwälzungen und damit einhergehende post-kapitalistische Perspektiven sind von tiefen Ambivalenzen geprägt.

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Ungeachtet von sowohl emanzipatorischen als auch anti-emanzipatorischen Fluchtlinien geht technologischer Wandel mit einem tiefgreifenden sozialen Wandel einher. Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit den offenen Enden dieses techno-gesellschaftlichen Wandels und nähern sich auf verständliche Weise seinen komplexen Phänomenen. Dabei werden vor allem konkrete emanzipatorische Positionen in den Blick genommen, die die technologischen Potenziale aktiv und offen ausloten, statt sie blind zu verdammen.

Nick Srnicek, bekannt als Co-Autor des „Manifests für eine akzelerationistische Politik“ (2013), befasst sich in seinem Beitrag für den Sammelband mit der grundlegenden Rolle der Wahrnehmung für jegliches Agieren, damit kommt der Darstellung von big data eine Schlüsselrolle zu. Keine Angst vor Komplexität!

Nick Srnicek: „Navigieren im Neoliberalismus. Politische Ästhetik im Zeitalter der Krise“, in: Paul Buckermann et al. (Hgg.), Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen. Emanzipatorische Perspektiven im technologischen Wandel, Münster 2017, S. 75-90, übersetzt von Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des Unrast-Verlags.

Unerschrocken für Frieden und Freiheit

In La traduction on 2017-06-01 at 11:18 am

Franz Stock ist eine der großen geistlichen Figuren des 20. Jahrhunderts und Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft. In den Wehrmachtsgefängnissen stand der Leiter der Deutschen Gemeinde in Paris den französischen Gefangenen bei und begleitete die zum Tode Verurteilen bis zur Hinrichtung. Für viele wurde er als Leiter des „Seminars hinter Stacheldraht“ zum lebensprägenden Mentor.

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Das Buch umfasst neben Stocks edierten Tagebüchern, seiner Beschreibung des Kriegsgefangenenseminars, einem Register der Erschossenen, die Stock begleitete, und einer Liste der Theologen des „Seminars hinter Stacheldraht“ auch eine ausführliche Einführung in das Leben und Werk Franz Stocks von Prof. Dr. Étienne François.

Zeitgleich zur deutschen Ausgabe dieser einzigartigen Tagebücher, erscheint die erstmalige Edition auch auf Französisch in der Übersetzung von Valentine Meunier bei den Éditions du Cerf.

Jean-Pierre Guérend (Hg.): Franz Stock. Wegbereiter der Versöhnung. Tagebücher und Schriften, Freiburg 2017, Orig. v. 2017, editorischer Apparat übers. v. Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des Herder-Verlags.

Chaos und Glaubenskrieg

In La traduction on 2017-05-16 at 12:39 pm

Kein westlicher Reporter hat von den kriegerischen Ereignissen im arabischen Raum und im Nahen Osten so intensiv berichtet wie der aus Irland stammende Korrespondent des englischen Independent, Patrick Cockburn. Aus nächster Nähe dokumentiert er Glaubenskriege und Chaos im Irak, in Libyen, in Syrien und im Kalifat des Islamischen Staates.

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In diesem Buch sind erstmals gesammelte Reportagen von Patrick Cockburn aus den Brennpunkten der Weltpolitik in deutscher Sprache versammelt. Er berichtet von den dramatischen Folgen des 1990 verhängten Embargos gegen den Irak, indem er dessen Opfer porträtiert. Er erzählt vom Aufstand der Sunniten gegen die amerikanischen Truppen im Irak, indem er deren Protagonisten interviewt. Und er begleitet die BewohnerInnen Syriens auf dem Weg in die Katastrophe, genauso wie jene Menschen, die unter der Herrschaft des IS-Kalifats leben müssen. Von 1990 bis 2016 spannt sich dabei der Bogen seiner Berichte von der Front und vom Leben in zerfallenden Staaten des Nahen Ostens. Seine Reportagen sind auch eine Anklage an die westlichen Kriegstreiber und die lokalen Warlords, die eine ganze Weltregion ins Chaos gestürzt haben.

Patrick Cockburn: Chaos und Glaubenskrieg. Reportagen vom Kampf um den Nahen Osten, Wien 2017, Orig. 2016, übers. v. Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des Promedia Verlags.