Andreas G. Förster

Marxens letzte Jahre

In La traduction on 2018-07-10 at 7:38 am

Eine Interpretation der bislang unterbelichteten letzten Lebensjahre und spätesten Schriften von Karl Marx.

Entgegen dem Mythos, demzufolge Marx in seinen letzten Jahren kaum noch schrieb, zeigt Marcello Musto: Er setzte seine Forschungsarbeit nicht nur fort, sondern erweiterte seine Kapitalismuskritik auf neue Disziplinen.

Musto_Der_spaete_Marx

So untersuchte Marx neuere politische Konflikte, neu auftretende theoretische Fragen (u.a. die Möglichkeit der sozialistischen Revolution in nicht-kapitalistisch entwickelten Ländern) und neue geografische Gebiete (wie Nordafrika). Seine Ideen werden im Lichte später Bemerkungen von Marx über Anthropologie, nicht-westliche Gesellschaften und die Kritik des Kolonialismus reflektiert. Eine der zentralen Linien seiner Kritik konzentrierte sich auf Fortschrittstheorien.

Durch die Interpretation z.B. der ethnologischen Exzerpthefte und des Briefs an Wera Sassulitsch verdeutlicht Marcello Musto, der Soziologische Theorie an der York University (Toronto/Kanada) lehrt, dass Marx nicht in die Falle des ökonomischen Determinismus gegangen ist.

Marcello MustoDer späte Marx. Eine intellektuelle Biografie der Jahre 1881 bis 1883, Hamburg 2018, übersetzt von Michael Brie und Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des VSA Verlags. (Auszug auch in Sozialismus, Beilage zu 5/2018.)

Advertisements

Europa und das Meer

In La traduction on 2018-05-30 at 3:49 pm

Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent. Gemessen an der Küstenlänge und Gesamtgröße hat keiner der fünf Erdteile mehr Berührungspunkte mit dem Meer. Dennoch scheint gerade den Mittel-und Osteuropäern das Meer häufig weit entfernt. Im Alltag vieler Nationen spielt es auf den ersten Blick nur für die Küstenbewohner oder als Urlaubsort eine Rolle.

image.png

 

Wie grundlegend das Meer die Entwicklung Europas prägte und welche Rolle es bis in die Gegenwart hinein spielt, beleuchtet ab Juni 2018 die neue Sonderausstellung „Europa und das Meer“. Die Ausstellung untersucht die Bedeutung des Meeres als Herrschafts- und Handelsraum der Europäer, als Brücke und Grenze, als Ressource und als Imaginations- und Erinnerungsort.

Anhand von 13 Einzelthemen, die jeweils einer exemplarischen europäischen Hafenstadt zugeordnet werden, spannt die Präsentation einen Bogen von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart hinein. Dabei wird deutlich, dass die Beherrschung der Meere über Jahrhunderte hinweg ein wesentlicher Bestandteil europäischer Machtpolitik war.

Heute wiederum ist die Rolle des Meeres als Brücke und Grenze des Kontinents von großer Aktualität: Millionen von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Armut machen sich auf den Weg nach Europa. Aber auch andere Aspekte wie die Nutzung und Ausbeutung der Meeresressourcen beschäftigen uns mehr denn je und werden in Zukunft eine gewichtige Rolle für die Umwelt und das globale Klima spielen.

Die Sonderausstellung „Europa und das Meer“ des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Universität zu Köln eröffnet am 13. Juni 2018. Die Texte des Themas Sklaverei am Beispiel der französischen Hafenstadt Nantes wurden übersetzt von Andreas Förster.

Der Katalog zur Ausstellung erschien bei Hirmer. Dorlis Blume, Christiana Brennecke, Ursula Breymayer & Thomas Eisentraut (Hg.): Europa und das Meer, München 2018, Übersetzungen von Andreas Förster, Valentine Meunier, Patricia Newman & Richard Toovey. (Eine englische Edition ist ebenfalls verfügbar.)

Französische Presse und Flugzeuge

In La traduction on 2018-04-19 at 3:40 pm

Ab Juni 1948 blockierte die sowjetische Militäradministration die Land-, Schienen- und Wasserwege zwischen Berlin und den drei Westzonen Deutschlands. Elf Monate lang, bis Mai 1949, musste West-Berlin von den Alliierten über eine Luftbrücke versorgt werden. Schnell entwickelte sich der „Rosinenbomber“ zum Symbol für die Solidarität des Westens mit der eingeschlossenen Bevölkerung.

9783861539919

70 Jahre später stellt sich die Frage, welche Bedeutung diesem ersten großen Konflikt im Kalten Krieg als Erinnerungsort zukommt. Die Autorinnen analysieren die damalige Rezeption sowie den gegenwärtigen Stellenwert des Ereignisses. Der Begriff Luftbrücke wird ebenso kritisch beleuchtet wie die Mythen und Legenden, die sich um sie ranken.

Die Beiträge von Philippe Jian und Ivan Sand, beide übersetzt von Andreas Förster, betrachten das Thema in seinem Bezug zu Frankreich. Jian untersucht die Berliner Luftbrücke 1948/49 im Spiegel der französischen Presse und Sand widmet sich den französischen Luftstreitkräften und den Auswirkungen der Luftbrücke auf die armée de l’air.

Der Sammelband enthält darüberhinaus Beiträge von Jan Behrends, Silke Betscher, Corine Defrance, Axel Drieschner, Jörg Echternkamp, Mila Ganeva, Torben Giese, Bodo Hechelhammer, Matthias Heisig, Bernd von Kostka, Sigrun Lehnert, Martina Metzger, Doris Müller-Toovey, Florian Pauls, Ulrich Pfeil, Gerhard Sälter und Malgorzata Swider.

Philippe Jian: „Sollten wir die Ferien nicht einfach in Berlin verbringen?“, S. 74-95, sowie Ivan Sand: „Rehabilitierung, Selbstbewusstsein und Tradition“, S. 96-111, beide übersetzt von Andreas Förster, in: Corine Defrance, Bettina Greiner, Ulrich Pfeil (Hg.): Die Berliner Luftbrücke. Erinnerungsort des Kalten Krieges, Berlin 2018. Weitere Informationen auf der Website des Ch. Links Verlags.

PS: Versuchsweise findet in diesem Artikel das generische Femininum Anwendung.