Andreas G. Förster

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Well done, sister Suffragette

In Les sous-titres on 2012-11-30 at 12:00 pm

Es waren bewegte Zeiten, Anfang des Jahrhunderts, in London: Wohlhabende Frauen warfen Steine und ließen sich verhaften, traten in den Hungerstreik und wurden zwangsweise ernährt – es war der Kampf um das Frauenwahlrecht. Eine davon war Sylvia Pankhurst, Malerin und Aktivistin. Was heute selbstverständlich erscheint, musste vor gerade einmal 100 Jahren hart erkämpft werden.

Die Dokumentation erzählt vom Leben, dem Kampf und der politischen Bedeutung der Suffragette und Revolutionärin Sylvia Pankhurst. Während sich Pankhursts Mutter und ihre Schwester mit dem Wahlrecht für Frauen der Oberschicht begnügten, kämpfte Sylvia Pankhurst von Anfang an gegen das Zensuswahlrecht, für ein allgemeines Wahlrecht – für Frauen und wenig Begüterte.

Der Film ist nicht nur eine Dokumentation über eine Einzelne. Er erzählt auch von den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zuständen zu einer Zeit, als die Revolution eine konkrete Bedrohung für die herrschenden Klasse war.

Sylvia Pankhurst – Alles ist möglich. Ein Film von Ceri Dingle und Viv Regan. Untertitel: Andreas Förster, mit Unterstützung von labournet.tv. Ein Trailer des Films ist zu sehen auf labournet.tv – weitere Informationen auf Englisch gibt es hier bei Worldwrite.

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Arbeiter, verschwindet!

In Les sous-titres on 2012-11-06 at 4:18 pm

Weinsäure findet u.a. als Lebensmittelzusatzstoff (E 334) Verwendung. Der einzig verbliebene Produzent in Frankreich, eine kleine Fabrik in Marseille, schloss 2009 die Tore.

Fabrik im Süden von Marseille

Kein Einzelfall in den letzten Jahren: Das Stadtzentrum der Mittelmeermetropole wird aufgehübscht – nicht zuletzt mit dem Projekt „Kulturhauptstadt Europas 2013“. Sonne, Meer und süßes Leben, so soll Marseille sein. Das kann für Arbeiterinnen und Arbeiter nur heißen: Verschwindet! … zumindest aus dem Stadtbild. Die betroffenen Arbeiter besetzten monatelang die Fabrik… und verloren. Die Kollegen konnten sich nicht durchsetzen, weder gegen das Unternehmen noch vor Gericht. Aber wenn man den heruntergekommenen Zustand der Werkhallen sieht, braucht es keine großen Erklärungen, um zu begreifen, unter welchen Bedingungen die Beschäftigten von Legré-Mante arbeiteten – im 21. Jahrhundert, in Westeuropa.

Arbeiter, verschwindet! Ein Film von Christine Thépénier und Jean-François Priester. Der Film lief 2012 im Wettbewerb des Festival des films de femmes de Créteil. Untertitel: Andreas Förster. Die ersten 22 Minuten des Films sind zu sehen auf labournet.tv – weitere Informationen auf Französisch gibt es hier.