Andreas G. Förster

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La Nueve – Die vergessenen Helden der Befreiung

In Les sous-titres on 2015-05-22 at 9:34 am

Die offizielle Geschichtsschreibung vergisst oftmals die wahren Helden. So erging es auch den Soldaten der 9. Kompanie in General Leclercs 2. Panzerdivision. Am 24. August 1944 waren sie die ersten, die ins befreite Paris einmarschierten. Ihr Kampf begann allerdings nicht an diesem Datum und endete hier auch nicht.

La_NueveÜber zehn Jahre kämpften sie gegen den Faschismus in Europa. Die meisten unter ihnen waren Spanier und ihr Kampf begann 1936 gegen Franco und führte sie danach nach Frankreich, Nord-Afrika und zu vielen anderen Orten bis zu Hitlers Berghof auf dem Obersalzberg – immer in der Hoffnung, in ein befreites Spanien zurückzukehren. Nicht für nationale Interessen griffen sie zur Waffe: „Wir kämpften nicht für eine Fahne, wir kämpften für unsere Ideale, für die Freiheit.“ Am Ende wurden ihre Hoffnungen im Kalten Krieg aufgerieben: Franco wurde ein Alliierter der „Freien Welt“…

Im Film erzählen die Überlebenden Luis Royo und Manuel Fernandez ihre Geschichte. Sie blicken zurück ohne Verbitterung und sprechen über diese Jahre mit dem Wissen, das Richtige getan zu haben. Und sie würden keinen Augenblick zögern, es wieder zu tun…

La Nueve – Die vergessenen Helden der Befreiung. Ein Film von Alberto Marquardt. Deutsche Untertitel: Andreas Förster. OmU im Verleih von sabcat media.

Menschheit, Natur und Ideal

In La traduction on 2015-05-12 at 5:15 pm

ne-znamNeu begründet und herausgegeben wurde nun im Frühjahr von Philippe Kellermann die Zeitschrift Ne znam (zu deutsch: „Ich weiß es nicht“). Das Konzept sieht eine Dreigliederung der jeweiligen Ausgaben vor: Essais über die Geschichte und Theorie des Anarchismus, Wiederabdruck und Kommentierung historischer Dokumente, sowie Buchbesprechungen.

In der ersten Kategorie wendet sich in Heft Nr. 1 etwa Prof. John Clark (University New Orleans) dem Denken des anarchistischen Geografen Élisée Reclus zu, der nicht nur als Anarchist, sondern insbesondere als früher Vertreter einer ökologischen Bewegung gewürdigt wird — zumal Rücksicht und Nachdenken über die natürliche Umwelt des Menschen zumindest in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (die Romantik bereits entrückt) als Ausnahmeerscheinung gelten darf.

John Clark: „Élisée Reclus — Die Menschheit, die Natur und das anarchistische Ideal“, in: Ne znam. Zeitschrift für Anarchismusforschung, Bd. 1, Nr. 1, Lich 2015, S. 68-81, übers. v. A. Förster.