Andreas G. Förster

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Fernand Pelloutier und die Arbeitsbörsen

In Les sous-titres on 2015-10-17 at 12:16 pm

Die französische Gewerkschaft CGT wird im diesen Jahr 120 Jahre alt. Der Film gibt einen Einblick in ein hierzulande wenig bekanntes, aber grundlegendes Kapitel der französischen Gewerkschaftsbewegung: den Arbeitsbörsen. Regisseur Patrice Spadoni bringt den Reichtum dieses spannenden kollektiven Experimentes ans Licht, und zwar durch die Lebensgeschichte eines der bedeutendsten Aktivisten der aufstrebenden, anarchistischen, bisweilen poetischen Gewerkschaftsbewegung: Fernand Pelloutier, der 1901 im Alter von nur 33 Jahren starb.

Fernand Pelloutier

Die Arbeitsbörsen waren vieles zugleich: Versammlungsort der unterschiedlichsten Gewerkschaften, Freiraum einer alternativen Gegenkultur, Arbeitsvermittlungsbüro, Platz für Kulturveranstaltungen und Berufsbildungskurse sowie ein Ort der gelebten Solidarität zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen. In wenigen Jahren sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Arbeitsbörsen entstanden, die rasch zu Zentren des Arbeiterwiderstands wurden und deren Ziel, so sagte Pelloutier, kein geringeres war als die „Revolution durch den Generalstreik“.

Fernand Pelloutier und die Arbeitsbörsen. Ein Film von Patrice Spadoni, Frankreich 2002, 59 min. Deutsche Untertitel: von Andreas Förster, OmU im Verleih von Sabcat Media.

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