Andreas G. Förster

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Entfremdung und Kommunismus

In La traduction on 2016-05-15 at 4:19 pm

In Marx und Entfremdung setzt sich Sean Sayers tiefgehend mit einigen der wichtigsten philosophischen Grundannahmen in Marx’ Werk auseinander. Er stellt Marx’ Verständnis von Entfremdung und deren Überwindung wieder in den Kontext der hegelianischen Philosophie, die den bornierten Individualismus der Aufklärung überwand und historisch den Boden für den Marxismus bereitete.

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Auf originelle und zugängliche Weise erklärt und erörtert der emeritierte Philosophie-Professor Karl Marx’ Gedanken – und leistet mit Marx und Entfremdung einen wichtigen Beitrag zur marxistischen Philosophie.

In ihrem aktuellen Buch, Der kommunistische Horizont, wendet sich Jodi Dean gegen die weiter wirksamen Vorurteile des Kalten Krieges, welche das kommunistische Ideal mit den Verfehlungen der Sowjetunion in Verbindung setzen.

Im neuen Kapitalismus der vernetzten Informationstechnologien wird selbst unsere Kommunikationsfähigkeit ausgebeutet und verwertet. Aber eine Revolution ist immer noch möglich, wenn wir uns auf der Basis unseres gemeinsamen und kollektiven Begehrens organisieren.

Sean Sayers: Marx und Entfremdung. Aufsätze zu hegelianischen Konzepten (LAIKAtheorie, Bd. 61), Hamburg 2016, Orig. v. 2011, übers. v. Andreas Förster, weitere Informationen in der Ankündigung beim Laika-Verlag.

Jodi Dean: Der kommunistische Horizont (LAIKAtheorie, Bd. 60), Hamburg 2016, Orig. v. 2012, übers. v. Andreas Förster, weitere Informationen in der Ankündigung beim Laika-Verlag. (Besprechungen: Janosik Herder lobt im Portal für Politikwissenschaft die „Übersetzungsanmerkungen und vorbildlich aufgearbeitete Quellenangaben“.)

 

Die Klassenkämpfe in der UdSSR, 1930-1941

In La traduction on 2016-05-02 at 6:48 am

Charles Bettelheim, einer der profiliertesten marxistischen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, befasste sich Jahrzehnte mit der Ökonomie und Politik der Sowjetunion. Der französische Jungkommunist wurde zunächst ein Kritiker des Stalinismus, war später stark maoistisch beeinflusst, um dann in seiner letzten Lebensphase das bolschewistische Revolutionsmodell einer grundsätzlichen Kritik von links zu unterziehen.

„Das eigentliche Verdienst Bettelheims“, so schreiben die Herausgeber in ihrem Vorwort, „liegt in der Grundlegung analytisch überzeugenden Kategorien der Wirtschaftsgeschichte und -theorie, gerade für eine historische Periode, die Marx nicht erleben konnte und für die ein Teil des begrifflichen Instrumentariums erst zu finden ist.“

Bekannt wurde der marxistische Ökonom in breiteren linken Kreisen indes bereits in den 60er Jahren durch seinen wirtschaftspolitischen Disput mit dem kubanischen Industrieminister Ernesto „Che“ Guevara. Mitte der 1970er schließlich erschien Band 1 der Klassenkämpfe auf Deutsch, über die Periode 1917-1923. Erstmals erschließt nun Die Buchmacherei den Band über die 1930er Jahre (erschienen in den Jahren 1982 f.) einem deutschsprachigen Publikum. Auf über 600 Seiten untersucht und analysiert Bettelheim „die Welt der Herrschenden“ und „die Welt der Beherrschten“.

Charles Bettelheim: Klassenkämpfe in der UdSSR. Band 3 und 4, Die Buchmacherei: Berlin 2016, übers. v. Andreas Förster, gefördert durch das Programme d‘Aide à la Publication (P.A.P) des Institut français.