Andreas G. Förster

Lukács‘ Klassenbewusstsein heute

In La traduction on 2016-11-10 at 1:29 pm

Georg Lukács, der ungarische Literaturtheoretiker und Kommunist deutscher Sprache, spielte bis zu seinem Tode 1971 eine wichtige Rolle als Erneuerer der marxistischen Philosophie. Er war 1919 an der ungarischen Räterepublik und 1956 am Budapester Aufstand beteiligt. In den 1920er-Jahren galt er der KPD als Linksabweichler und Revisionist. Für die radikalen 68er hingegen gehörte Lukács zu den Autoren, die man gelesen haben musste.

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Robert Lanning versucht, ein ursprüngliches marxistisches Verständnis wieder in den Vordergrund der Klassenanalyse zu rücken, und konzentriert sich dabei auf das einflussreiche Werk von Georg Lukács und dessen Begriff des zugerechneten Klassenbewusstseins. Nach Auffassung des Soziologen ist der weiterhin wichtig, weil er das Verhältnis zwischen Individuen und politischen Bewegungen der Klassenorganisierung zu fassen vermag. Und zwar im Lichte einer Lukács’schen Konzeption mit ihrer besonderen Betonung ethischer Aspekte, welche sich in der Zentralität widerspiegelt, die Lanning dem Potenzial und der Bedeutung des Individuums im bewussten Kampf für den Sozialismus zurechnet.

Robert Lanning: Georg Lukács und die Organisierung von Klassenbewusstsein, Hamburg 2016, Orig. v. 2009, übers. v. Andreas Förster. Mit einem Vorwort von Rüdiger Dannemann, Vorsitzender der Internationalen Georg-Lukács-Gesellschaft. Weitere Informationen auf der Website des Laika Verlags.

Rezension von Werner Jung, „Von Lukács lernen. Der Soziologe Robert Lanning beweist die Aktualität der Theorie vom Klassenbewusstsein“, Beilage der jungen Welt zur Linken Literaturmesse in Nürnberg.

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