Andreas G. Förster

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Weimar in Washington

In La traduction on 2018-10-25 at 12:35 pm

„Trump, Faschismus ante portas?“ Der renommierte US-amerikanische Historiker Christopher R. Browning ging in der New York Review of Books der Frage nach, welche Parallelen zwischen den historischen faschistischen Bewegungen und dem aktuellen autoritären Trend, insbesondere in den USA bestehen.

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„Immer wieder erreichen mich, einen auf den Holocaust, die Nazi-Diktatur und das Europa der Zwischenkriegszeit spezialisierten Historiker, Fragen nach den Ähnlichkeiten zwischen der heutigen Situation in den USA und der Zwischenkriegszeit sowie dem Aufstieg des Faschismus in Europa. Tatsächlich erkenne ich mehrere besorgniserregende Ähnlichkeiten und einen wichtigen, aber ebenso besorgniserregenden Unterschied.“

Christopher R. Browning: „Weimar in Washington. Die Totengräber der Demokratie“, übersetzt von Andreas G. Förster, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 11/2018, S. 41-50. Weitere Informationen auf der Webseite des Magazins.

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Bastard

In La traduction on 2018-10-09 at 12:35 pm

Nach einem beispiellosen Raubüberfall sind May und ihr Sohn, der Teenager Eugene, auf einer turbulenten Flucht durch den Südwesten der USA – den Kofferraum voller Geld.

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Doch nicht nur die Polizei und skrupellose Komplizen sind ihnen dicht auf den Fersen. Die beiden müssen sich in einem schwindelerregenden Strudel aus Gewalt und brutalem Überlebenskampf auch ihrer zerrütteten Familiengeschichte stellen.

In Bastard erzählt Max de Radiguès eine Bonnie-und-Clyde-Geschichte im Stil eines Quentin Tarantino. Was als wildes Roadmovie beginnt, entpuppt sich rasch als wendungsreicher Pageturner mit immenser Sogwirkung.

Max de Radiguès: Bastard, übersetzt von Andreas Förster und gelettert von Dirk Rehm, Berlin 2018. Vorschau und weitere Informationen auf der Website von Reprodukt.

Am Fröhlichsten im Sturm

In La traduction on 2018-09-26 at 12:48 pm

Der Wind weht scharf. Autoritarismus und Rechtsradikalismus gewinnen an Zustimmung. Aber auch der Feminismus ist zurück: sozial heterogen, plural und thematisch vielfältig .

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Um rechten Entwürfen etwas entgegenzusetzen, müssen aktuelle Widersprüche und die Krisenerfahrungen der Vielen aufgenommen werden. Es braucht Politiken, die drängende Probleme nicht auf Kosten der Schwächsten lösen. Um Antworten zu finden, müssen auch die feministischen Praxen der letzten Jahrzehnte, die sich teils von den Lebensrealitäten vieler Menschen entfernt haben, auf den Prüfstand.

Die Frage sozialer Gerechtigkeit steht aber in umfassendem Sinne im Kern des Feminismus, Geschlechterverhältnisse müssen auch als Produktionsverhältnisse gedacht werden. LuXemburg 2/2018 fragt danach, wie sich eine feministische Klassenpolitik entwickeln lässt, die auch die Klassenanalyse auf die Höhe der Zeit bringt? Drei Beiträge zu dieser Problematik durfte ich für die aktuelle Ausgabe des linken Magazins übersetzen.

Caitlin Breedlove: „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, übersetzt von Andreas Förster & Noemi Y. Molitor, in: LuXemburg, Nr. 2/2018, S. 48–51.

Melinda Cooper: „Vom Wert der Familienbande“, übersetzt von Andreas Förster & Noemi Y. Molitor, in: LuXemburg, Nr. 2/2018, S. 82–91.

Weronika Grzebalska, Eszter Kováts & Andrea Petö: „Gender als symbolischer Kitt“, übersetzt von Andreas Förster, in: LuXemburg, Nr. 2/2018, S. 14–19.

Weitere Informationen, einschließlich das kostenlose E-Paper der Zeitschrift, auf der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Gleichstellung der Geschlechter und radikale Demokratie

In La traduction on 2018-09-04 at 3:03 pm

Die Geschichte der Linken in der Türkei ist hierzulande weitgehend unbekannt – zu Unrecht. Denn nur in wenigen Ländern kann auf einen so reichhaltigen Erfahrungsschatz an sozialen Kämpfen zurückgeblickt werden wie in der Türkei.

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Das Spektrum reicht von Streiks und Fabrikbesetzungen über den Guerillakampf bis zur spontanen Gezi-Park-Rebellion im Jahr 2013 und der Bildung von Volksräten zur Selbstverwaltung in kurdischen Städten. Doch eine Abhängigkeit von Sowjetrussland in den 20er-Jahren, Illusionen in das Militär in den 60er-Jahren, selbstzerstörerische Strömungskämpfe, Abgrenzungsschwierigkeiten gegenüber dem Kemalismus und eine Ignoranz gegenüber dem Selbstbestimmungsrecht der kurdischen Nation führten mehrfach zu tragischen Niederlagen.

Dieses Buch schildert den Werdegang der Linken und ihrer Organisationen vom ausgehenden Osmanischen Reich bis in die Gegenwart, in Wechselwirkung mit der politischen und sozioökonomischen Entwicklung des Landes. Es kann so auch als eine alternative Geschichte der Türkei gelesen werden. Einzelne Kapitel befassen sich mit dem Verhältnis von Arbeit und Kapital in der gegenwärtigen Türkei, der feministischen Bewegung und der kurdischen Freiheitsbewegung.

Joost Jongerden: „Gleichstellung der Geschlechter und radikale Demokratie“, übersetzt von Andreas Förster, in: Nikolaus Brauns und Murat Çakır (Hg.): Partisanen einer neuen Welt. Eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung in der Türkei, Berlin 2018, S. 467–494. Weitere Informationen auf der Website des Verlags Die Buchmacherei.

PS: Buchvorstellung am 18. September 2018 in Berlin, siehe die Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Marxens letzte Jahre

In La traduction on 2018-07-10 at 7:38 am

Eine Interpretation der bislang unterbelichteten letzten Lebensjahre und spätesten Schriften von Karl Marx.

Entgegen dem Mythos, demzufolge Marx in seinen letzten Jahren kaum noch schrieb, zeigt Marcello Musto: Er setzte seine Forschungsarbeit nicht nur fort, sondern erweiterte seine Kapitalismuskritik auf neue Disziplinen.

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So untersuchte Marx neuere politische Konflikte, neu auftretende theoretische Fragen (u.a. die Möglichkeit der sozialistischen Revolution in nicht-kapitalistisch entwickelten Ländern) und neue geografische Gebiete (wie Nordafrika). Seine Ideen werden im Lichte später Bemerkungen von Marx über Anthropologie, nicht-westliche Gesellschaften und die Kritik des Kolonialismus reflektiert. Eine der zentralen Linien seiner Kritik konzentrierte sich auf Fortschrittstheorien.

Durch die Interpretation z.B. der ethnologischen Exzerpthefte und des Briefs an Wera Sassulitsch verdeutlicht Marcello Musto, der Soziologische Theorie an der York University (Toronto/Kanada) lehrt, dass Marx nicht in die Falle des ökonomischen Determinismus gegangen ist.

Marcello MustoDer späte Marx. Eine intellektuelle Biografie der Jahre 1881 bis 1883, Hamburg 2018, übersetzt von Michael Brie und Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des VSA Verlags. (Auszug auch in Sozialismus, Beilage zu 5/2018.)

Europa und das Meer

In La traduction on 2018-05-30 at 3:49 pm

Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent. Gemessen an der Küstenlänge und Gesamtgröße hat keiner der fünf Erdteile mehr Berührungspunkte mit dem Meer. Dennoch scheint gerade den Mittel-und Osteuropäern das Meer häufig weit entfernt. Im Alltag vieler Nationen spielt es auf den ersten Blick nur für die Küstenbewohner oder als Urlaubsort eine Rolle.

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Wie grundlegend das Meer die Entwicklung Europas prägte und welche Rolle es bis in die Gegenwart hinein spielt, beleuchtet ab Juni 2018 die neue Sonderausstellung „Europa und das Meer“. Die Ausstellung untersucht die Bedeutung des Meeres als Herrschafts- und Handelsraum der Europäer, als Brücke und Grenze, als Ressource und als Imaginations- und Erinnerungsort.

Anhand von 13 Einzelthemen, die jeweils einer exemplarischen europäischen Hafenstadt zugeordnet werden, spannt die Präsentation einen Bogen von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart hinein. Dabei wird deutlich, dass die Beherrschung der Meere über Jahrhunderte hinweg ein wesentlicher Bestandteil europäischer Machtpolitik war.

Heute wiederum ist die Rolle des Meeres als Brücke und Grenze des Kontinents von großer Aktualität: Millionen von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Armut machen sich auf den Weg nach Europa. Aber auch andere Aspekte wie die Nutzung und Ausbeutung der Meeresressourcen beschäftigen uns mehr denn je und werden in Zukunft eine gewichtige Rolle für die Umwelt und das globale Klima spielen.

Die Sonderausstellung „Europa und das Meer“ des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Universität zu Köln eröffnet am 13. Juni 2018. Die Texte des Themas Sklaverei am Beispiel der französischen Hafenstadt Nantes wurden übersetzt von Andreas Förster.

Der Katalog zur Ausstellung erschien bei Hirmer. Dorlis Blume, Christiana Brennecke, Ursula Breymayer & Thomas Eisentraut (Hg.): Europa und das Meer, München 2018, Übersetzungen von Andreas Förster, Valentine Meunier, Patricia Newman & Richard Toovey. (Eine englische Edition ist ebenfalls verfügbar.)

Französische Presse und Flugzeuge

In La traduction on 2018-04-19 at 3:40 pm

Ab Juni 1948 blockierte die sowjetische Militäradministration die Land-, Schienen- und Wasserwege zwischen Berlin und den drei Westzonen Deutschlands. Elf Monate lang, bis Mai 1949, musste West-Berlin von den Alliierten über eine Luftbrücke versorgt werden. Schnell entwickelte sich der „Rosinenbomber“ zum Symbol für die Solidarität des Westens mit der eingeschlossenen Bevölkerung.

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70 Jahre später stellt sich die Frage, welche Bedeutung diesem ersten großen Konflikt im Kalten Krieg als Erinnerungsort zukommt. Die Autorinnen analysieren die damalige Rezeption sowie den gegenwärtigen Stellenwert des Ereignisses. Der Begriff Luftbrücke wird ebenso kritisch beleuchtet wie die Mythen und Legenden, die sich um sie ranken.

Die Beiträge von Philippe Jian und Ivan Sand, beide übersetzt von Andreas Förster, betrachten das Thema in seinem Bezug zu Frankreich. Jian untersucht die Berliner Luftbrücke 1948/49 im Spiegel der französischen Presse und Sand widmet sich den französischen Luftstreitkräften und den Auswirkungen der Luftbrücke auf die armée de l’air.

Der Sammelband enthält darüberhinaus Beiträge von Jan Behrends, Silke Betscher, Corine Defrance, Axel Drieschner, Jörg Echternkamp, Mila Ganeva, Torben Giese, Bodo Hechelhammer, Matthias Heisig, Bernd von Kostka, Sigrun Lehnert, Martina Metzger, Doris Müller-Toovey, Florian Pauls, Ulrich Pfeil, Gerhard Sälter und Malgorzata Swider.

Philippe Jian: „Sollten wir die Ferien nicht einfach in Berlin verbringen?“, S. 74-95, sowie Ivan Sand: „Rehabilitierung, Selbstbewusstsein und Tradition“, S. 96-111, beide übersetzt von Andreas Förster, in: Corine Defrance, Bettina Greiner, Ulrich Pfeil (Hg.): Die Berliner Luftbrücke. Erinnerungsort des Kalten Krieges, Berlin 2018. Weitere Informationen auf der Website des Ch. Links Verlags.

PS: Versuchsweise findet in diesem Artikel das generische Femininum Anwendung.

Imperialer Rassismus

In La traduction on 2018-04-02 at 10:39 am

Das Ende des Ersten Weltkriegs, der vielfach als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird, jährt sich nun zum 100. Mal. Aus diesem Anlass ruft der indische Essayist Pankaj Mishra der westlichen Welt in Erinnerung, dass die organisiert entfesselte Gewalt und die dadurch verursachten individuellen und kollektiven Traumata allenfalls für den Westen eine neue Erfahrung war – keineswegs jedoch für die Kolonialisierten.

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Diese Erweiterung des Blickwinkels geht einher mit dem komplexen Thema des Rassismus, in dem sich zeigt, in welchem Maße Überlegenheitsdünkel in Angst und Unsicherheit wurzeln. Mishra fordert, eine kritische Aufarbeitung der historischen Verquickung von Imperialismus und Rassismus in den westlichen Staaten – nicht zuletzt, um die Auswirkungen dieses geschichtlichen Hintergrunds auf unsere Gegenwart zu minimieren.

Ursprünglich in The Guardian erschienen, erregte Mishras Artikel großes Interesse und böte damit auch Gelegenheit für einen Übersetzungsvergleich: Neben der deutschen Druckerstveröffentlichung in den Blättern für deutsche und internationale Politik, übersetzt von Andreas Förster, erschien der Text als „Wilde, Räuber, Lumpen“ auch in der Lettre international, übersetzt von Herwig Engelmann. Zudem veröffentlichte auch eine offenbar deutschnationale Seite den Text, unter dem Titel „Wie die koloniale Gewalt zu uns kam“ findet sich hier pikanterweise eine Arbeit, die jedem sprachhüterischen bis ultrakonservativen Kulturpessimismus zu bestätigen scheint.

Pankaj Mishra: „Imperialer Rassismus. Vom Ersten Weltkrieg bis zu Donald Trump“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 4/2018, S. 87-100, übersetzt von Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des Magazins.

Auf dem Dachboden der Geschichte

In La traduction on 2018-01-09 at 3:32 pm

Anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx dreht sich die kommende Ausgabe der Zeitschrift LuXemburg um jenen Mann, der „kein Marxist“ war: Als Politiker wird Marx in der Linken wenig diskutiert, dabei lässt sich für aktuelle Strategiefragen vieles lernen. Wie könnte Gewerkschaftspolitik aussehen, die sich bei »Marx-Consulting« (Hans-Jürgen Urban) bedient? Wie kann an Marx anschließendes Denken einen klassenpolitischen Feminismus bereichern? Warum und wie eigentlich heute Marxistin werden und noch wichtiger: bleiben?

Diese und viele weitere Fragen diskutieren im aktuellen »Marx-Heft« der LuXemburg Autorinnen wie Michael Hardt & Antonio Negri, Bini Adamczak, Frigga Haug, Karl-Heinz Roth, Mimmo Porcaro, Ariel Salleh und andere. Darunter Tithi Bhattacharya.

Prof. Bhattacharya lehrt südasiatische Geschichte an der Purdue Universität in West Lafayette (Indiana, USA) und ist Autorin von The Sentinels of Culture: Class, Education, and the Colonial Intellectual in Bengal (2005) sowie Herausgeberin des Sammelbandes Social Reproduction Theory: Remapping Class, Recentering Oppression (2017).

Tithi Bhattacharya: „Auf dem Dachboden der Geschichte kramen. Klassengedächtnis und die Archivar*innen der Zukunft“, in: LuXemburg, 2-3/2017, n.n., übersetzt von Andreas Förster, vorab online veröffentlicht.

 

PS: Der Ausspruch Marxens, kein Marxist zu sein, wurde überliefert von Friedrich Engels; vgl. MEW Bd. 37 (Briefe), S. 450.

PPS: Versuchsweise findet in diesem Artikel das generische Femininum Anwendung.