Andreas G. Förster

Imperialer Rassismus

In La traduction on 2018-04-02 at 10:39 am

Das Ende des Ersten Weltkriegs, der vielfach als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird, jährt sich nun zum 100. Mal. Aus diesem Anlass ruft der indische Essayist Pankaj Mishra der westlichen Welt in Erinnerung, dass die organisiert entfesselte Gewalt und die dadurch verursachten individuellen und kollektiven Traumata allenfalls für den Westen eine neue Erfahrung war – keineswegs jedoch für die Kolonialisierten.

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Diese Erweiterung des Blickwinkels geht einher mit dem komplexen Thema des Rassismus, in dem sich zeigt, in welchem Maße Überlegenheitsdünkel in Angst und Unsicherheit wurzeln. Mishra fordert, eine kritische Aufarbeitung der historischen Verquickung von Imperialismus und Rassismus in den westlichen Staaten – nicht zuletzt, um die Auswirkungen dieses geschichtlichen Hintergrunds auf unsere Gegenwart zu minimieren.

Ursprünglich in The Guardian erschienen, erregte Mishras Artikel großes Interesse und böte damit auch Gelegenheit für einen Übersetzungsvergleich: Neben der deutschen Druckerstveröffentlichung in den Blättern für deutsche und internationale Politik, übersetzt von Andreas Förster, erschien der Text als „Wilde, Räuber, Lumpen“ auch in der Lettre international, übersetzt von Herwig Engelmann. Zudem veröffentlichte auch eine offenbar deutschnationale Seite den Text, unter dem Titel „Wie die koloniale Gewalt zu uns kam“ findet sich hier pikanterweise eine Arbeit, die jedem sprachhüterischen bis ultrakonservativen Kulturpessimismus zu bestätigen scheint.

Pankaj Mishra: „Imperialer Rassismus. Vom Ersten Weltkrieg bis zu Donald Trump“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 4/2018, S. 87-100, übersetzt von Andreas Förster. Weitere Informationen auf der Website des Magazins.

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