Andreas G. Förster

Europa und das Meer

In La traduction on 2018-05-30 at 3:49 pm

Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent. Gemessen an der Küstenlänge und Gesamtgröße hat keiner der fünf Erdteile mehr Berührungspunkte mit dem Meer. Dennoch scheint gerade den Mittel-und Osteuropäern das Meer häufig weit entfernt. Im Alltag vieler Nationen spielt es auf den ersten Blick nur für die Küstenbewohner oder als Urlaubsort eine Rolle.

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Wie grundlegend das Meer die Entwicklung Europas prägte und welche Rolle es bis in die Gegenwart hinein spielt, beleuchtet ab Juni 2018 die neue Sonderausstellung „Europa und das Meer“. Die Ausstellung untersucht die Bedeutung des Meeres als Herrschafts- und Handelsraum der Europäer, als Brücke und Grenze, als Ressource und als Imaginations- und Erinnerungsort.

Anhand von 13 Einzelthemen, die jeweils einer exemplarischen europäischen Hafenstadt zugeordnet werden, spannt die Präsentation einen Bogen von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart hinein. Dabei wird deutlich, dass die Beherrschung der Meere über Jahrhunderte hinweg ein wesentlicher Bestandteil europäischer Machtpolitik war.

Heute wiederum ist die Rolle des Meeres als Brücke und Grenze des Kontinents von großer Aktualität: Millionen von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Armut machen sich auf den Weg nach Europa. Aber auch andere Aspekte wie die Nutzung und Ausbeutung der Meeresressourcen beschäftigen uns mehr denn je und werden in Zukunft eine gewichtige Rolle für die Umwelt und das globale Klima spielen.

Die Sonderausstellung „Europa und das Meer“ des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Universität zu Köln eröffnet am 13. Juni 2018. Die Texte des Themas Sklaverei am Beispiel der französischen Hafenstadt Nantes wurden übersetzt von Andreas Förster.

Der Katalog zur Ausstellung erschien bei Hirmer. Dorlis Blume, Christiana Brennecke, Ursula Breymayer & Thomas Eisentraut (Hg.): Europa und das Meer, München 2018, Übersetzungen von Andreas Förster, Valentine Meunier, Patricia Newman & Richard Toovey. (Eine englische Edition ist ebenfalls verfügbar.)

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